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Eigenwerbung

Wie man über sinnliche Fesselungen schreiben kann …

Ein harmloses Äquivalent für den Zustand ...
Gestern hat es mich erwischt: Ein medizinisches Gerät umschließt meinen Körper. Eigentlich sollte es sich um mich herum bewegen, doch es will nicht. Stimmen im Hintergrund, sehr beunruhigend. Menschen in weißen Kitteln streifen an mir vorbei, sie hinterlassen keinen Duft, weder nach Frau noch nach Lysol, doch sie bringen einen Windhauch auf die nackte Haut. Eine dieser befehlsgewohnten, unpersönlichen Stimmen dringt an mein Ohr: „Bleiben Sie genau in der Position liegen, bewegen Sie sich auf keinen Fall.“

Eine Fesselung ohne Fesseln – Menschen im Raum, die geschäftig umherrennen, dann wieder nichts als ein wenig Radiomusik.

Freilich – all dies entspricht nicht annährend dem Gefühl, gefesselt zu sein und auf die Gnade und Erlösung einer Herrin angewiesen zu sein. Aber der Schriftsteller muss in der Lage sein, zu abstrahieren. Er kann die Situation verändern, überspitzen und ins extrem führen.

Hilfsmittel, um die Gefühle eines gefesselten Menschen zu beschreiben

Wenn Sie über Fesselungen schreiben sollten – und das werden viele von Ihnen nach dem Kinostart der „Shades of Grey“ wieder tun, denn bedenken Sie: Die eigentliche Fesselung findet im Hirn statt. Ähnlich wie bei einem Patienten, der entblößt auf eine Untersuchung wartet. Er könnte aufstehen, sich anziehen und einfach hinausgehen, aber er tut es nicht. Seien inneren Fesseln sagen ihm, dass es im Moment kein Zurück gibt.

Die unbequeme Lage, das Einschneiden der Fesselungen in die Gelenke, der künstlich gestreckte Körper – das sind die physischen Bedingungen, wenn sie gefesselt liegen, sitzen oder stehen. Hinzu kommt das Szenario – findet alle dies im Freien statt oder in einem Rotlicht-Studio? In einem Verlies aus rauen Steinen oder in einem gekachelten, sterilen Raum? Ist es dunkel oder hell? Wird Ihre Heldin/Ihr Held zeitweilig verlassen? Ist außer ihm nur die Partnerin/der Partner anwesend oder gibt es Publikum? Kann ihre Heldin/Ihr Held etwas hören oder sehen? Wenn nicht, welche Sensoren setzt sie/er ein, um die Umwelt zu erfassen?

Wie Sie die Dialog-Falle überlisten

Das alles trägt dazu bei, auch ein Bild seiner psychischen Verfassung zu entwerfen, und Ihnen als Autorin/Autor zu ermöglichen, vielfältige Reflexionen der Situation in die Handlung einzubauen, vor allem aber innere Dialoge.

In diesem Zusammenhang ein Wort zur schulmäßigen „wörtlichen Rede“ – und dies gilt nicht nur für Fesselungen, ja nicht einmal ausschließlich für erotische Themen.

Wenn Ihre Protagonisten miteinander sprechen, so folgen sie Regeln, die ihnen teils bekannt, teils unbekannt sind. Das, was sie sagen, ist aber nicht immer das, was sie denken. Innere Dialoge helfen Ihnen, die Diskrepanz zwischen den erkennbaren Dialogen und den geheimnisvollen inneren Dialogen aufzuzeigen. Auf diese Weise dringen Sie tief in die „eigentliche“ Gefühlswelt ein, die erkennbare Dialoge oft nicht wiedergeben.

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